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Hohe Energiepreise, verbunden mit der staatlichen Förderung der Bioenergie, führen derzeit in der deutschen Landwirtschaft zu einer Konkurrenz um Ressourcen. In dieser Einschätzung waren sich Experten bei einer öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am heutigen Montag weitgehend einig, berichtet der Bundestag. Die Flächenkonkurrenz könnte jedoch entschärft werden. Bernhard Krüsken vom Verband Deutsche Tiernahrung wies auf den starken wirtschaftlichen Druck hin, den Tierhalter durch die hohen Futtermittelpreise ausgesetzt seien. Er sprach sich dafür aus, die Förderung nach dem Grundsatz "Food comes first", also Vorrang für Nahrung, auszurichten. Die Anschubförderung des Bioenergiesektors sei zu beenden, forderte Krüsken. Einen Verzicht auf zusätzliche finanzielle Hilfen hielt Prof. Jürgen Zeddies für sinnvoll. Einen grundsätzlichen Verzicht auf Bioenergie kann sich Deutschland nach Ansicht des Hohenheimer Professors jedoch nicht leisten.

Udo Hemmerling vom Deutschen Bauernverband machte den weltwirtschaftlichen Aufschwung für gestiegene Lebensmittelpreise verantwortlich. Für die höheren Milchpreise sei nicht die Bioenergie verantwortlich. (ED)

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