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Die Förderung für Bioenergie vom Acker muss zurückgeschraubt werden. Diese Empfehlung gibt Prof. Folkhard Isermeyer von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig (FAL) der Politik. Die Anschubförderung, die die Bioenergie in Deutschland erhalten hat, hält er für durchaus richtig. Allerdings müsse nun der Schwerpunkt auf die Technologieförderung gelegt werden. Denn eine große Anzahl von Fakten sprechen dagegen, am Standort Deutschland Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zu erzeugen. Selbst bei einem vollständigen Einsatz aller landwirtschaftlichen Flächen für die Erzeugung von Bioenergie könnten nur 7 Prozent des deutschen Energiebedarfs gedeckt werden, hat Isermeyer errechnet. Auch seien jene Bedenken ernst zu nehmen, die befürchten, dass die intensive Bioenergie-Erzeugung in der Landwirtschaft vermehrt klimaschädliche Gase produziert, warnte Isermeyer bei der Fachtagung des Bundesverbands der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) in Braunschweig. Hinzu komme, dass der Anstieg der Preise für Agrarrohstoffe die Wirtschaftlichkeitsbilanz für den Ersatz von Rohöl deutlich verschiebt. Längst liege der Break Even-Point für Ethanol aus Weizen nicht mehr bei 70 Dollar je Barrel Rohöl. (brs)
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