Fonterra gibt schwache Prognose für 2013 ab

Die neuseeländische Genossenschaft beendet ein durchwachsenes Jahr. Ihre Erzeuger müssen mit einem deutlich niedrigeren Milchpreis und Einschnitten rechnen.

Im Geschäftsjahr 2012 hat die neuseeländische Molkereigenossenschaft ihren Anteilseignern einen Milchpreis von 6,40 NZ-$/kg Milchfeststoff (entspricht rund 4,1 €/kg) gezahlt. Das sei ein Minus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt Fonterra am heutigen Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung der Bilanz mit.

Für 2013 müssen Fonterra-Erzeuger mit noch niedrigeren Preisen rechnen. Die Kooperative wiederholte ihre Prognose von August für einen durchschnittlichen Auszahlungspreis von 5,25 NZ-$/kg Milchfeststoff. Weltweit sei im vergangenen Jahr eine schier überwältigende Menge an Milch produziert worden, so Fonterra-Aufsichtsrat Henry van der Heyden. Trotzdem die Nachfrage fest geblieben sei, hätten die Mengen die Rohstoffpreise gedrückt.

Zwar seien auf den beiden jüngsten Internet-Auktionen auf der Fonterra-Handelsplattform Global Dairy Trade die Preise deutlich gestiegen. Doch diese Erholung sei in der Berechnung des durchschnittlichen Auszahlungspreises bereits enthalten. Zudem würde ein im Verhältnis zum US-Dollar fester Neuseeland-Dollar Preissteigerungen zu einem guten Teil auffressen, teilt Fonterra hierzu mit.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr weist Fonterra unter dem Strich einen Nettogewinn von 624 Mio. NZ-$ aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von 19 Prozent. Der deutliche Rückgang im Vorjahresvergleich sei auch einmaligen Steuernachlässen 2011 geschuldet gewesen, die sich 2012 nicht wiederholt hätten. Diesen Effekt außen vor gelassen, hätte Fonterra 10 Prozent mehr eingenommen als im Vorjahr.

Gut entwickelt haben sich 2012 die Geschäfte in Asien, Afrika und dem Nahen Osten mit erfreulichen Entwicklungen unter anderem in Sri Lanka, Vietnam, Hong Kong und Malaysia. Auch das Südamerika-Geschäft legte leicht zu. Als „schwierig“ beschreibt Fonterra den australischen Markt.

Mit einer Strategie-Überholung geht Fonterra in die Zukunft. Etwa 90 Einzelprojekte sollen zur Umsatzsteigerung bei gleichzeitiger Kosteneinsparung beitragen. 90 Mio. NZ-$ wolle Fonterra an Kosten sparen, davon 60 Mio. 2013. (pio)
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