Betroffen seien drei Chargen von Molkeproteinkonzentrat mit der Bezeichnung WPC 80, teilte Fonterra am Wochenende mit. Nachgewiesen sei eine Belastung mit Keimen des Bacillus Clostridium. Dieses können Formen des Botulismus auslösen und gefährlich für Menschen sein. Das Molkeproteinkonzentrat ist unter anderem Bestandteil von Säuglingsmilch und Sportgetränken. Bisher lägen keine Hinweise auf Vergiftungsfälle vor, heißt es weiter in der Mitteilung.

Nach Berichten verschiedener Medien ist der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Theo Spierings, am heutigen Montag in die chinesische Hauptstadt Peking gereist, um sich der Presse und Öffentlichkeit zu stellen und kritische Fragen zu beantworten. China ist seit dem Skandal um mit Melamin belastete Säuglingsmilch vor fünf Jahren stark sensibilisiert für mutmaßliche Qualitätsprobleme bei Milchprodukten. Der Kurs der an der neuseeländischen Börse gehandelten Fonterra-Aktie gab zwischenzeitlich um fast 10 Prozent nach.

Die neuseeländische Molkereigenossenschaft bestätigte, dass China einen zeitweise Einfuhrstopp für von Fonterra produziertes Molkepulver erhoben habe. Zudem habe die Volksrepublik die Kontrollen für Importe von Milchprodukten aus Neuseeland verschärft. Möglicherweise habe auch Russland zeitweise einen Importstopp für Milchprodukte aus Neuseeland erhoben, heißt es in der Unternehmensmeldung weiter. Hierfür gebe es aber noch keine offizielle Bestätigung.

Agenturberichten zufolge ist das fragliche Molkeproteinkonzentrat nach China, Malaysia, Vietnam, Thailand und Saudi-Arabien geliefert worden. (jst/pio)
stats