Der schwache Milchpreis am Weltmarkt macht Fonterra zu schaffen. In seiner Prognose warnt die Gennossenschaft ihre Lieferanten vor weiteren Abschlägen für die Saison 2014/15 von bislang 5,30 NZ-$/kg auf 4,70 NZ-$/kg. Die Molkerei versucht ihren Mitgliedern das Ergebnis ein wenig zu verschönern: Wenn die Auszahlung aus den Genossenschaftsanteilen hinzugerechnet wird, die bei 25 bis 35 Cent/Anteil liegen sollen, käme der Milchauszahlungspreis auf 4,95 bis 5,05 NZ-$/kg für die laufende Saison.

Die Erzeuger hätten zwar bereits mit dieser weiteren Preisrücknahme gerechnet, würden dennoch hart getroffen, weiß Geschäftsführer John Wilson. Nach wie vor sei der globale Milchmarkt sehr volatil und leide unter einem enormen Angebotsdruck. Seit September ist der Preis für Vollmilchpulver um 16,9 Prozent gefallen, der für Magermilchpulver um 7,7 Prozent.

Wilson führt die Preisschwäche auf das Zusammenwirken von mehreren Faktoren zurück: Er nennt den fallendem Ölpreis, die geopolitische Verunsicherung durch den Russland-Ukraine-Konflikt und das unerwartet geringe Nachfragewachstum in China.

Damit stuft Fonterra zum dritten Mal in Folge seine Prognose für den Milchpreis zurück, nachdem er im Sommer bei 7 NZ-$/kg gestartet war. Der jetzt angekündigte Preis liegt sogar unter dem Niveau von 2006/07, das mit 4,60 NZ-$/kg als bislang schwierigstes Jahr galt. In der vorigen Saison zahlte Fonterra 8,40 NZ-$/kg.

Bis sich die niedrigeren Milchpreise auf dem Konto der Erzeuger auch widerspiegeln wird es dauern bis Mitte nächsten Jahres, so der Vertreter der Milcherzeuger, Andrew Hoggard. Dann soll sich aber der Weltmarkt erholt uns stabilisiert haben, macht Wilson Hoffnung. Er setzt dabei weiterhin auf die wachsende Nachfrage aus China.(brs)
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