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Die Landwirtschaft gerät wegen ihrer beträchtlichen Emissionen an Treibhausgasen immer stärker in die klimapolitische Debatte. Mit 133 Mio. t CO2-Äquivalent pro Jahr emittiere sie ebenso viel Treibhausgase wie der Straßenverkehr, heißt es in einer Studie zu den Klimaeffekten von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft, die die Verbraucherorganisation Foodwatch heute in Berlin vorgestellt hat. Auf der anderen Seite weist sie aber auch erhebliche CO2-Einsparpotenziale in der Agrarproduktion aus. „Die Bundesregierung muss dringend die Landwirtschaft mit konkreten Zielvorgaben in das deutsche Klimaschutzprogramm einbinden“, forderte daher Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Außerdem müsse das EU-System der Agrarsubventionen in Richtung auf Umweltabgaben und -steuern umgestellt werden.

Ernüchternd fällt laut Studie der CO2-Vergleich von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft aus. Bei der Erzeugung von Weizen emittiert der Ökolandbau den Angaben zufolge 55 Prozent weniger CO2 als die konventionelle Landwirtschaft; bei Schweinefleisch sind es 33 Prozent und bei Milch 8 Prozent. Bei Rindfleisch indes liege er um 61 Prozent oberhalb der Emissionen in der konventionellen Produktion. Gerade die Tierhaltung zur Fleisch- und Milchproduktion sei aber, die Produktion von Futtermittel eingerechnet, für 71 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. „Ökolandbau ist nicht der Klimaretter“, stellte Bode fest. (gk)

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