Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen scharf verurteilt. Die Organisation verlangt eine stärkere staatliche Regulierung. In einem Report mit dem Titel „Die Hungermacher" wirft Foodwatch Finanzspekulanten vor, die Nahrungsmittelpreise in die Höhe zu treiben. Investmentbanken wie die Deutsche Bank und Goldman Sachs machten sich "mitschuldig an Hungersnöten in den ärmsten Ländern der Welt", so die Organisation. In einem Offenen Brief an Josef Ackermann, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, forderte Foodwatch, dass die Bank aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln aussteigt. Unter dem Motto „Hände weg vom Acker, Mann!" startete Foodwatch eine Kampagne, in der Verbraucher diese Forderung unterstützen können.  

Von der europäischen Politik fordert Foodwatch wirksame Positionslimits, um den Einfluss von Finanzanlegern auf die Preisentwicklung von Rohstoffen zu begrenzen. Dazu müsse die Zahl spekulativer Warenterminverträge auf höchstens 30 Prozent aller gehandelten Futures limitiert werden. Zudem verlangt Foodwatch den Ausschluss institutioneller Anleger vom Rohstoffgeschäft, um die Kapitalquellen für Rohstoffspekulationen trocken zu legen. Nach Ansicht von Foodwatch müssen auch Publikumsfonds und Zertifikate für Rohstoffe verboten werden. (sch)
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