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Die verantwortlichen Behörden in Deutschland und Europa schaffen Raum für künftige Lebensmittelskandale, kritisiert die Organisation Foodwatch. Die Verbraucher hätten kaum Möglichkeiten, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. "Renate Künast ist mit ihrer lautstark angekündigten Agrarwendegnadenlos gescheitert", urteilte Dr. Thilo Bode am Mittwoch in Berlin. Währen der Gründer und Geschäftsführer von Foodwatch eine Studie seiner Organisation zur Futtermittelwirtschaft präsentierte, übte er massive Kritik an den deutschen und europäischen Aufsichts- und Gesetzgebungsorganen, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Eine großzügige Anpassung von Schadstoffgrenzwerten der Behörden gestatte eine "legale Langzeitvergiftung" der Konsumenten, so Foodwatch. Auf Ebene der EU-Kommission sei sogar beabsichtigt, bestehende Grenzwerte wieder zu erhöhen, sei Foodwatch bekannt geworden.

Das Streben der Futtermittelwirtschaft nach möglichst kostengünstigen Rationen stellt nach Einschätzung von Foodwatch ein ständiges Risiko dar. Für landwirtschaftlichen Erzeuger entsprächen die Kosten für Futtermittel etwa zwei Drittel der gesamten Produktionskosten. Eine deutliche Verbesserung der Situation könne sich durch die Verwendung qualitativ hochwertiger Komponenten ergeben. Eigene Berechnungen von Foodwatch haben ergeben, dass eine Preissteigerung der Rationen um 20 Prozent für die Verbraucher eine Kostensteigerung für die im Laden erworbenen Produkte von lediglich 2,5 Prozent verursachen würde. Damit könne mehr Sicherheit gewährleistet werden.

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