Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure (BLK), Martin Müller, forderte die Schaffung einer europäischen Lebensmittelbehörde. "Wir brauchen ein Lebensmittel-Europol", sagte er am Freitag gegenüber verschiedenen Medien.

Angesichts des neuesten Vorfalls mit einem Fund von 50.000 t nicht korrekt deklariertem Rindfleisch werde immer offenkundiger, dass die Behörden überfordert seien. Das Kompetenzwirrwarr im Bereich Lebensmittelkontrolle müsse beendet werden. Die Warenströme seien in der Branche international und eine kommunale Überwachung könne da nicht sinnvoll mithalten. Zugleich forderte er "mindestens 1.500 Lebensmittelkontrolleure" zusätzlich. Diese könnten auch bei einer Bundesbehörde angesiedelt sein.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte zuvor ebenfalls die Forderung nach einer Europol-Behörde erhoben und sagte gegenüber der Bild-Zeitung: "Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich nur noch Besserverdiener gesunde Lebensmittel aus dem Biomarkt leisten können."

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) erteilte solchen Forderungen bei der Agrarministerkonferenz in Berchtesgaden umgehend eine klare Absage. (hed)
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