Wissenschaftler der Universitäten Hohenheim und Münster fordern einen höheren Anteil von Biokraftstoffen innerhalb der EU. Die Abhängigkeit von Öl soll sinken. Um dieses Ziel zu erreichen schlagen die Forscher in einem Strategiepapier die Erhöhung des Ethanolanteils im Superbenzin von 10 (E10) auf 20 Prozent (E20) vor. 

Grundsätzlich seien alle Fahrzeuge, die mit E10 fahren können, auch für E20 geeignet, heißt es darin. Deshalb stehe der Einführung von E20 als Standard-Superkraftstoff aus Sicht der Wissenschaftler nichts im Wege. Dabei verweisen sie auf Brasilien, wo Kraftstoffe mit weitaus höheren Ethanolgehalten genutzt werden. Darüber hinaus favorisieren die Forscher einen höheren Anteil von E85 am Kraftstoffmarkt. Mit steigenden Ölpreisen werde sich E85 zu einer günstigen Alternative entwickeln, prognostizieren sie.

Die rund 400 mittelständischen Brennereien in Deutschland könnten anfallende Getreide- und Kartoffelüberschüsse der EU zu Biosprit vergären, heißt es weiter. Dazu seien jedoch Investitionsanreize seitens der Politik erforderlich, um eine notwendige Modernisierung der Anlagen zu befördern. Eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion erwarten die Forscher nicht. (az)
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