Das Risiko von Schäden in der deutschen Landwirtschaft durch Extremwetterlagen steigt. Im Auftrag des Bundesagrarministeriums sollen Wissenschaftler Ursachen und Auswirkungen analysieren. Hitze, Dürre, Sturm, Überschwemmungen, Hagel oder Frost können der deutschen Land- und Forstwirtschaft erheblichen Schaden zufügen. Um weitere Informationen über solche Wetterphänomene zu erhalten, hat das Bundesagrarministerium (BMELV) das Forschungsprojekt „Agrarrelevante Extremwetterlagen und Möglichkeiten von Risikomanagementsystemen" in Auftrag gegeben.

Während die langfristigen und globalen Auswirkungen des Klimawandels sehr gut erforscht sind, gibt es für die regional stark variierenden Extremwetterlagen infolge des Klimawandels bislang keine belastbaren Forschungsergebnisse, teilt das BMELV heute mit. Aber gerade diese extremen Wetterlagen verursachen regional erheblichen Schaden. Deshalb liegt der Schwerpunkt des Projekts, das vom von Thünen-Institut, dem Julius Kühn-Institut sowie dem Deutschen Wetterdienst durchgeführt wird, auf der regionalisierten Betrachtung.

Ziel ist es, ein genaueres Bild davon zu erhalten, welcher spezifischen Gefährdung die einzelnen Regionen durch die Kombination von bestimmten Extremwetterlagen und den jeweils angebauten Kulturen ausgesetzt sind. Mit Hilfe der Forschungsergebnisse soll künftig das Auftreten von Extremwetterlagen und ihre Auswirkungen auf die deutsche Land- und Forstwirtschaft einschließlich dem Ökolandbau und dem Anbau von Sonderkulturen wie beispielsweise Wein, Obst und Hopfen besser abgeschätzt werden können. Außerdem sollen Anpassungsmaßnahmen sowohl für einzelne landwirtschaftliche Betriebe als auch für das öffentliche Risikomanagement und die Politik entwickelt werden. Projektergebnisse werden zu Beginn des Jahres 2015 erwartet. (sch)

 

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