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In den nächsten Jahren soll in ganz Frankreich schrittweise Superethanol E85 (85 Prozent Ethanol/15 Prozent Benzin) eingeführt werden. Zu diesem Zweck haben die französische Regierung und Produzenten, Vermarkter und Vertreter der Automobilindustrie kürzlich eine "Charta zur Schaffung einer Versorgungsschiene für Superethanol E85" unterzeichnet, berichtet das Wiener Agrarinformationszentrum. Unterzeichnet haben fünf Landwirtschaftsverbände inklusive Getreide-, Mais- und Zuckerrüben-Produzenten, der Verband der nationalen Ethanolerzeuger, die Tankstellenbetreiber, wozu vier Mineralölfirmen (Agip, BP, Shell und Total) und sieben große Supermarktketten gehören, fünf Autohersteller (Ford, PSA Peugeot, Citroen, Saab, Volvo) und der Berufsverband der Tankstellenbetreiber. Sie verpflichten sich für die nächsten fünf Jahre, gemeinsam das Aktionsprogramm für eine E85-Versorgungsschiene in Frankreich umzusetzen. Insbesondere soll bis 2007 ein Verteilnetz für Superethanol mit insgesamt 500 bis 600 Tankstellen geschaffen werden, wobei 377 bis 474 Tankstellen von Großbetreibern wie Mineralölfirmen oder Supermarktketten bereit gestellt werden soll.

Auch die Aufgaben wurden entsprechend verteilt: So soll der Staat rechtliche und technische Bestimmungen erlassen, die für den Bau und die Inbetriebnahme eines Verteilnetzes von Superethanol E85 erforderlich sind. Die Automobilherstellers sollen ein diversifiziertes und leistungsfähiges Angebot von Flexfuel-Fahrzeugen gewährleisten. Auch soll ein landesweites Verteilnetz mit Zapfstellen für E85 geschaffen werden sowie wettbewerbsfähige und dauerhafte Produktionsstätten für Superethanol E85 in Verbindung mit zuverlässigen Verträgen bezüglich der Zulieferung der erforderlichen Agrarrohstoffe durch die französische Landwirtschaft. Der Staat verpflichtet sich ferner zu einer aktiven Förderung einschlägiger Forschungsprogramme. Ebenso sollen wirtschaftliche und steuerrechtliche Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit von Superethanol E85 im Verhältnis zu den fossilen Treibstoffen geschaffen werden. Zur Überwachung und Begleitung der Durchführung der Charta-Bestimmungen ist ein gemischter Ausschuss unter Vorsitz des Staates vorgesehen, dem alle Vertragspartner angehören. (ED)

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