Die Regierung in Paris verlängert im nationalen Alleingang ihr Anbauverbot für gentechnisch veränderten Mais. Auf Dauer strebt sie ein Ende der Zulassung an. Das Agrarministerium in Paris hat Ende voriger Woche beschlossen, den Anbau von MON810 in Frankreich weiter zu verbieten. Zur Begründung führt es den Umweltschutz an. Das Verbot ist seit Sonntag mit der Veröffentlichung im französischen Amtsblatt in Kraft. Es hat allerdings keine praktischen Auswirkungen, weil der Saatgutanbieter Monsanto bereits verkündet hat, 2012 und in den Folgejahren in Frankreich freiwillig auf den Verkauf gentechnisch veränderter Maissorten zu verzichten. Seit 2008 ist der Anbau in Frankreich national untersagt.

Unverändert befindet sich bei der EU-Kommission in Brüssel ein Antrag, den das französische Umwelt- und Agrarministerium bereits im Februar gestellt haben. Darin fordert Frankreich, die Zulassung für MON810 zu stoppen. Dies hätte ein EU-weites Anbauverbot zur Folge. Dieses Verfahren kann sich jedoch hinziehen, weil dazu neue wissenschaftliche Erkenntnisse geprüft werden müssen. (az)
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