Frankreich vor GVO-Verbot

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Die gentechnisch veränderte (GV-)Maissorte Mon810 wird in Frankreich wahrscheinlich demnächst verboten. Ein kürzlich national eingerichtetes Gremium zur Prüfung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO), die "Haute Autorité", hat am Mittwoch in Paris vor möglichen negativen Begleiterscheinungen gewarnt. Der Pollen des Mon810 könnte sich kilometerweit vom Feld entfernen, berichtete Jean-Francois Le Grand, Präsident der „Hohen Behörde“, und nicht nur einige Meter, wie bisher behauptet. Außerdem gibt es nach seiner Ansicht unerwünschte Auswirkungen auf Insekten und Pflanzen. Der Französische Präsident Nicolas Sarkozy ließ in dieser Woche keinen Zweifel daran, dass er den GV-Mais verbieten werde, wenn die Hohe Behörde Argumente dafür liefere. In Frankreich wurde Mon810 in vergangenen Jahr auf 22.000 ha angebaut.

Eine Sprecherin von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas kommentierte die Entwicklung in Frankreich nur mit einer neutralen Darstellung der Rechtslage: Wenn ein EU-Mitgliedstaat wissenschaftlich untermauerte Zweifel habe, dürfe er eine Schutzklausel nutzen und EU-weit zugelassene GVO national verbieten.(Mö)

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