Frankreich will Krisensitzung zu Preisvolatilität

Die französische Regierung zeigt sich alarmiert über die hohen Getreidepreise. Das internationale AMIS-Krisenforum soll aktiviert werden.

Während des Besuchs eines landwirtschaftlichen Betriebs im Südwesten Frankreichs an diesem Wochenende haben Premier Francois Hollande und Agrarminister Stéphane Le Foll lokalen Medienberichten zufolge Besorgnis über die weltweit hohen Getreidepreise zum Ausdruck gebracht. Die Dürre in den USA lasse die Preise für Getreide und Ölsaaten weiter anziehen. Das habe Auswirkungen auf die Situation der Landwirte in Frankreich, zitieren lokale Medien Hollande.

Hollande betonte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP, er habe Agrarminister Le Foll aufgefordert, die Möglichkeiten des Agrarmarkt-Informationssystems AMIS zu nutzen. Dieses System war während der französischen Präsidentschaft der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) 2011 eingerichtet worden. Es hat seinen Sitz bei der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO in Rom und soll mehr Transparenz in die Agrarmärkte bringen.

Le Foll gab daraufhin bekannt, solle sich die Lage in den Vereinigten Staaten verschärfen und damit eine weitere Zuspitzung der Situation an den Getreidemärkten einhergehen, solle ein Zusammentreffen des Krisenforums im AMIS-System, des Rapid Response Forums, erwogen werden.

Das Rapid Response Forum setzt sich aus Gesandten der am AMIS beteiligten Staaten zusammen. Das Forum ist darauf angelegt, in Krisensituationen zu entscheiden, ob weitergehende politische Eingriffe in Märkte geboten sein könnten. (pio)
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