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Etwa 1,3 Mio. landwirtschaftlichen Betriebe in der EU werden von Frauen geleitet, so das Ergebnis der Agrarstrukturerhebung von Eurostat 1997. Das sind knapp 19 Prozent der insgesamt in der Fünfzehner-Gemeinschaft erhobenen 6,9 Mio. Agrarbetriebe. In Österreich liegt der Frauenanteil - offensichtlich angesichts der hohen Nebenerwerbsquote von rund zwei Drittel - mit 61.000 weiblich geführten Landwirtschaften oder einem Anteil von fast 29 Prozent an den insgesamt 210.000 Betrieben am höchsten in der EU.
"Ohne Frauen gibt es keinen funktionierenden ländlichen Raum", sagte laut AIZ, Wien, die österreichische Landfrauen-Vertreterin und Vizepräsidentin des Landfrauen-Ausschusses des EU-Landwirteverbandes Copa, Monika Lugmayr. Sie regt an, Hilfestellung anzubieten, dass Frauen bereit sind, in ländlichen Gebieten zu leben, Familie zu haben und einen angemessenenen Lebensstandard erreichen können. Die Förderungsrichtlinien in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müssten mehr auf die wachsende Bedeutung von Betriebsleiterinnen abzielen, wie insgesamt die GAP-Instrumente auch den Landfrauen besser zugänglich gemacht werden sollten. Schließlich müssten die Landfrauen auch besser in den ländlichen Arbeitsmarkt integriert und Bildungsangebote besser auf sie abgestellt werden. "Insbesondere bemühe ich mich, den Frauen in den Ländern Mittel- und Osteuropas zu helfen, eigene Organisationen aufzubauen, weil ich meine, dass dies für ihr Selbstbewusstsein und zur Bewältigung ihrer neuen Situation sehr wichtig ist", so Lugmayr weiter. (ED)
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