Stallpflicht

Freilandeier werden knapp

Der ZDG fordert von Handel, die Eier aus den betroffenen Freilandbetrieben abzunehmen.
-- , Foto: Petra Bork/pixelio
Der ZDG fordert von Handel, die Eier aus den betroffenen Freilandbetrieben abzunehmen.
Der aktuelle Seuchenzug der Geflügelpest stellt die Produzenten von Freilandeiern vor große Probleme. In Regionen, in denen schon Mitte November die Stallpflicht angeordnet wurde, läuft die 12-Wochen-Frist in dieser Woche ab. Danach dürfen die Eier nur noch als Ware aus Bodenhaltung verkauft werden. Betroffen sind unter anderem Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und zahlreiche Landkreise in Niedersachsen.

Neuer Fall bei Legehennen im Mecklenburg

Ein Ende der Stallpflicht ist nach neuen Ausbrüchen nicht in Sicht. Einen Geflügelpestverdacht gibt es seit Sonntag in einem Legehennenbetrieb bei Boizenburg (LK Ludwigslust-Parchim). Der Betreiber habe erhöhte Tierverluste festgestellt, teilte das Landwirtschaftsministerium in Schwerin mit. In dem Betrieb befinden sich etwa 106.000 Legehennen. Bestätigt sich der Verdacht auf das hoch ansteckende Geflügelpest-Virus, müssten alle dort gehaltenen Legehennen getötet werden. Am vergangenen Freitag wurde ein weiterer H5N8-Fall aus Mecklenburg-Vorpommern bekannt. In einem Betrieb in Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) mussten rund 40.000 Puten getötet werden.

Habeck plant finanzielle Unterstützung

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck kündigte finanzielle Hilfen für die betroffenen Landwirte an. Die Höhe der Mittel solle von den Einbußen abhängig gemacht werden. Pro Betrieb gelte aber eine EU-rechtlich festgelegte Obergrenze von 15.000 €.

EU-Kommission soll Regeln lockern

Habeck und seine Ministerkollegen aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern appellieren zudem an den Bund, sich bei der EU-Kommission für eine Flexibilisierung der 12-Wochen-Frist einzusetzen. Auch die Niederlande, Dänemark, Finnland, Belgien, Österreich und Großbritannien halten das für erforderlich, heißt es im Kieler Landwirtschaftsministerium.

Geflügelverband appelliert an Handel

Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) befürchtet, dass schon bald bundesweit so gut wie keine Freilandeier mehr erhältlich sein werden. Der ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke appelliert an den Handel, die geltenden Lieferbeziehungen aufrecht zu erhalten und den bekannten Lieferanten treu zu bleiben, auch wenn diese keine Freilandeier liefern können. „In diese Situation sind die Legehennenhalter ohne eigenes Verschulden geraten“, betont Ripke. Zudem habe die Wirtschaft berechtigte Hoffnung, dass sich die Situation mit wärmer werdenden Temperaturen bereits in wenigen Wochen deutlich entschärfen werde. (SB)
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