Gesunkene Preise für Standardprodukte machen auch FrieslandCampina zu schaffen.
-- , Foto: FrieslandCampina
Gesunkene Preise für Standardprodukte machen auch FrieslandCampina zu schaffen.
Friesland Campina hat im vergangenen Jahr 11,1 Mrd. kg Milch verarbeitet (plus 0,3 Prozent). Die Mitglieder der Genossenschaft weiteten ihre Milcherzeugung sogar um 6,4 Prozent auf 10,1 Mrd. kg aus. Wegen der deutlich niedrigeren Preise verringerten sich die Umsatzerlöse um 0,7 Prozent auf 11,3 Mrd. €. Bereinigt um Währungseffekte büßt die Molkerei 4,1 Prozent ein.

Friesland Campina steigerte trotz Milchkrise das Betriebsergebnis um fast 18 Prozent auf 576 Mio. €, teilte der niederländische Molkereikonzern am Donnerstag mit. Die größere Milchmenge habe sich dabei positiv auf die Kosten ausgewirkt. Auf der anderen Seite profitierte die Molkerei von margenstärkeren Produkten, allen voran in Asien. Der Gewinn stieg um 13 Prozent auf 343 Mio. €.

Weniger Umsatz, mehr Gewinn
  • Friesland Campina erhöht Betriebsergebnis um 17,8 Prozent auf 576 Mio. €
  • Gewinn steigt um 13,2 Prozent
  • Umsatz liegt mit 11,3 Mrd. € wegen der niedrigen Verkaufspreise 0,7 Prozent unter Vorjahr
  • Auszahlungspreis für Mitglieder sinkt um 17,4 Prozent auf 37,27 ct/kg.
Die Milchlieferanten von Friesland Campina mussten 2015 mit deutlich niedrigeren Milchauszahlungspreisen zurechtkommen. Der Basispreis sank im Jahresdurchschnitt um fast ein Fünftel auf 34,64 ct/kg. Durch den höheren Gewinn stieg der Leistungszuschlag für die Mitglieder an, der den Preisverfall zum Teil abfederte. Einschließlich aller Zuschläge betrug der Milchpreis für Mitglieder 37,23 ct/kg (2014: 45,05 ct/kg). Nur geringe Abstriche mussten die Biomilcherzeuger machen, deren Preis sich mit 51,80 ct/kg nahezu auf Vorjahresniveau bewegte (52,95 ct/kg).

Positiv entwickelten sich die margenstärkeren Geschäftszweige Kindernahrung und Molkereiingredienzien. Die Verkäufe von Friso-Kindernahrung etwa seien auf allen Märkten angestiegen. Auch im B-to-B-Geschäft sei ein Absatzplus von 13,5 Prozent erreicht worden, teilte der Konzern mit.

Für das laufende Jahr erwartet die Molkerei eine weltweit weiter wachsende Milchproduktion. Schwer eingeschätzt werden könne allerdings die Situation in den Niederlanden, wo die Phosphatrichtlinie ein Unsicherheitsfaktor sei. Friesland Campina rechnet damit, dass die Preise für Basisprodukte 2016 weiter unter Druck stehen werden. Auf längere Sicht bleibe der Ausblick aber positiv. (az)
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