Frühjahrsaussaat

Frost beunruhigt Rübenanbauer

Europa steuert in diesem Jahr auf eine gewaltige Zuckerrübenernte zu. Doch schon kurz nach der Aussaat gibt es in Deutschland den ersten Dämpfer. Ein später Wintereinbruch bringt noch einmal Frost und Schnee. Betroffen sind auch große Anbaugebiete für Zuckerrüben in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. An Boden sanken die Temperaturen von der Soester Börde bis nach Ostsachsen unter den Gefrierpunkt. Die KWS empfiehlt deshalb den Landwirten, die Rüben-Bestände genau zu beobachten.

Mit Keimung beginnt kritische Phase

Die Gefahren hängen vom Entwicklungsstand der Pflanzen ab. Ungekeimtes Saatgut, ist in der Regel ausreichend mit Boden bedeckt und somit relativ unempfindlich gegenüber Frost. Mit der Keimung der Zuckerrübe beginne eine weitaus kritischere Phase, warnt die KWS. Ob die Keimpflanze einen Schaden genommen hat, könne man an Einschnürungen ober- oder unterirdisch am Hypokotyl erkennen. Im schlimmsten Fall kann ein Absterben der Zuckerrübenpflanze die Folge sein. Die auflaufende Zuckerrübe sei weniger empfindlich gegenüber Frosteinwirkungen, aber auch hier bestehe noch die Gefahr des Abfrierens von Blattspitzen oder sogar ganzer Blätter. Ab dem 1-2-Blattstadium seien die Rüben eher unempfindlich gegenüber Frost.

Bei Frost keine Herbizide spritzen

Die konkreten Gefahren sind stark vom Standort und der lokalen Witterung abhängig. In sandige oder grob strukturierte, trockene Böden dringt der Frost leichter ein. Auf einem gut rückverfestigten, feuchten Saathorizont ist die Gefahr aufgrund der besseren Wärmeleitung aus tieferen Bodenschichten hingegen geringer. Auch die Dauer der Frosteinwirkung ist entscheidend. Die KWs rät, bei Nachtfrostgefahr auf die Anwendung von Herbiziden zu verzichten.

Schon jetzt Zählstrecken anlegen

Nach dem Ende der Frostperiode sollten die Rübenanbauer ihre Bestände kontrollieren. Typische Symptome, die sich einige Tage nach der Frostperiode zeigen, seien ein glasiges Pflanzengewebe und später das Einschnüren des Hypokotyls im Bereich der Bodenoberfläche. Oberirdische Symptome können bei der schon weiter entwickelten Zuckerrübe das Abfrieren von Blattspitzen oder ganzer Blätter sein. Einige Zeit nach der Frosteinwirkung werden geschädigte Pflanzenteile in diesem Fall schwarz. Die KWS empfiehlt, bereits jetzt Zählstrecken anzulegen und den Pflanzenbestand zu beobachten. Die Strecken und Pflanzen sollten dabei markiert werden, um Bestandsveränderung beim erneuten Zählen einfacher zu erkennen. (SB)
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