Till Backhaus (SPD), Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern (MV), unterstreicht, dass in dem Pilotprojekt die 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG), die erst am 1. April in Kraft getreten ist, bereits berücksichtigt wurde. „Erstmalig in Deutschland wurde eine Auswertung für eine Haltungsform in einem gesamten Bundesland durchgeführt“, sagte er.

Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) hat ihre Datenbank zur Verfügung gestellt. Von 220 Mastschweinebetrieben in MV werden 137 durch QS betreut, 45 Betriebe aller Größenarten haben auf freiwilliger Basis an dem Projekt teilgenommen.

Erfasst wurden die Art der Medikamente, die der Tierarzt verschrieben hat, die Anzahl der behandelten Tiere, die Dauer der Behandlung und mehr.

Klar wurde zum Beispiel, dass 26 Prozent der Betriebe in dem Kontrollhalbjahr keine Antibiotika eingesetzt hatten, berichtet Backhaus. Das waren gut 5 Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt. Allerdings hätten acht Projektbetriebe nach den Regeln des neuen AMG einen Behandlungsplan auferlegt bekommen. Dies wird bei Betrieben „verordnet“, deren Antibiotika-Einsatz höher als der Durchschnitt ist.

Bundesweit werden solche Therapiepläne frühestens im Juli 2015 verpflichtend. In Mecklenburg-Vorpommern kann die zuständige Tierarzneimittelüberwachungsbehörde (LALLF) bereits jetzt Ursachenforschung in diesen Betrieben betreiben. Anschließend sollte beratend auf diese Halter eingewirkt werden, um eine Optimierung der Antibiotika-Anwendung zu erreichen. Ein weiteres Monitoring-Projekt ist für Puten- und Masthähnchenbetriebe geplant. (hed)
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