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"Ich bin der Auffassung, dass die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen sinnvoll ist, wenn verantwortungsvoll damit umgegangen wird", sagte gestern der hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel. Mit den Klärschlämmen, die in der Vergangenheit in Hessen landwirtschaftlich verwertet wurden, seien die Grenzwerte für Schwermetalle der deutschen Klärschlammverordnung nur zu 30 Prozent ausgeschöpft worden. Nur bei den Schwermetallen Kupfer und Zink seien Untersuchungen zufolge die Grenzwerte zu rund 50 Prozent ausgeschöpft worden, so das Wiesbadener Landwirtschaftsministerium. Die EU-Richtlinie von 1986 werde derzeit novelliert und es sei davon auszugehen, dass die EU die bestehenden Grenzwerte weiter verschärfen wird. "Doch auch dies dürfte für Hessen kein Problem werden", hob Dietzel hervor.

Das von Kritikern und Befürwortern geforderte Konzept der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm werde laut Dietzel in Hessen bereits seit Jahren praktiziert:

- "gute" Klärschlämme sollen weiterhin als Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden
- "schlechte" Klärschlämme sollen aus dem Kreislauf ausgeschleust werden
- der regionalen Verwertung werde Vorrang eingeräumt

Die Tatsache, dass die globalen Rohphosphat-Vorräte endlich und nicht erneuerbar sind, sei in Fachkreisen heute nicht mehr umstritten. Die Vorräte reichen noch etwa 50 bis 130 Jahre. Daraus leite sich für die Landwirtschaft in Zukunft die Konsequenz ab, verstärkt Phosphat aus Klärschlamm zu nutzen. (ED)
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