Sperrungen

Fürstenhof beklagt unfairen Wettbewerb


Die in dieser Woche bekannt gegebene Sperrung von 22 Öko-Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern und 2 Öko-Betrieben in Niedersachsen sorgt für Marktverwerfungen. Öko-Betriebe, die belastetes Futtermittel erhalten haben, dürfen ihre Ware nicht mehr als Öko-Produkte verkaufen. In den Niederlanden wird das Öko-Siegel aber nicht aberkannt, selbst wenn belastetes Futter im Trog war. Von diesem unfairen Wettbewerb betroffen ist bis heute die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof. Erst in der kommenden Woche läuft die Sperrfrist für die letzten Fürstenhof-Standorte aus. Dann dürfen sie ihre Ware wieder mit Öko-Siegel verkaufen.

Die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof beziffert im Gespräch mit der agrarzeitung (az) ihren Verlust auf etwa 2 Mio. €, der während der sechswöchigen Sperrfrist aufgelaufen ist, in der ihre Öko-Betriebe die Eier nur als konventionelle Ware verkaufen dürfen. Die Frist läuft ab dem Zeitpunkt, an dem ihre Tiere wieder mit einwandfreiem Futter versorgt werden. Der Fürstenhof beklagt diesen Wettbewerbsnachteil, obwohl die erzeugten Eier rückstandsfrei getestet wurden.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern erklärt gegenüber der az, dass sowohl Öko-Recht als auch Futtermittelgesetz greifen. Nach dem geltenden Futtermittelgesetz wurden die zugelassenen Grenzwerte im Futter überschritten. Nachfolgend müssen Lebensmittelerzeuger, die belastetes Futter verwendeten, getestet werden. Sind die Lebensmittel einwandfrei, darf die Ware verkauft werden. Anderes gilt allerdings für Ökobetriebe. Treten an einer Stelle der Produktionskette Mängel auf, darf die Ware nicht mehr das Öko-Siegel tragen.

Die aktuellen Sperrungen der Öko-Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen gehen auf eine zweite belastete Partie zurück. Die erste belastete Partie war bereits im Dezember in Umlauf. Damals stammte der Sonnenblumenkuchen aus der Ukraine und wurde über den niederländischen Händler Doens weltweit weiter vertrieben - auch in die USA und nach Dänemark.  Gefunden wurden damals die Pflanzenschutzmittel Thiamethoxam und Metalaxyl.

Die jetzt aufgefallene Lieferung kam ursprünglich aus der Ukraine und Bulgarien und gelangte über einen anderen niederländischen Händler schließlich in deutsche Betriebe. Die Futtermitttelaufsicht Mecklenburg-Vorpommerns hat eine selbst für konventionelle Futtermittel zu hohe Belastung  mit Metalaxyl gefunden. (has)
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