Report Pflanzenschutz in der Saison

Fungizide in Getreide richtig terminieren


Gelbrost ist ein massives Problem im Weizenanbau geworden. Die Anfälligkeit der Sorten ist sehr unterschiedlich
-- , Foto: JKI
Gelbrost ist ein massives Problem im Weizenanbau geworden. Die Anfälligkeit der Sorten ist sehr unterschiedlich

Gelbrost war nach dem milden Winter auch in diesem Frühjahr Hauptgrund für die ersten Fungizideinsätze in Weizen und Triticale, zumindest in dafür hoch anfälligen Sorten wie Akteur, JB Asano und KWS Loft. Wie dem Proplant-Beratungssystem zu entnehmen ist, stammt der mancherorts Anfang April sichtbar gewordene Neubefall von Gelbrost-Infektionen vom 21. Februar, die Inkubationszeit betrug also mehr als einen Monat.

Mittlerweile kann man die Symptome der März-Infektionen sehen. Noch für unser Auge unsichtbar sind die Gelbrost-Infektionen vom 5. April und von Mitte April. In unbehandelten Feldern und anfälligen Sorten wird dieser Neubefall in nächster Zeit sichtbar werden, aufgrund der mittlerweile höheren Temperaturen ist damit etwa zwei Wochen nach der Infektion zu rechnen.

Bei der Bekämpfung sollten Landwirte die enormen Sortenunterschiede berücksichtigen. In hoch anfälligen Sorten ist bei Befall mit Gelbrost ein frühzeitiger Eingriff die beste Lösung. Keinesfalls sollten aber zu diesem Zeitpunkt auch die wenig anfälligen Sorten wie Elixer, Julius und Opal mitbehandelt werden, wenn sie noch ohne Befall sind. Das Geld können sich Landwirte sparen und stattdessen – falls erforderlich – zu einem späteren Termin Gelbrost ausschalten.

Hinsichtlich Septoria tritici war das Wetter seit Oktober 2015 in Deutschland sehr unterschiedlich. Wie im Lehrbuch fand der Pilz im maritimen Schleswig-Holstein mit einem besonders niederschlagsreichen, milden Winter hervorragende Bedingungen zum Befallsaufbau. Dagegen kann im kontinental geprägten Thüringen und in Sachsen-Anhalt bislang das Befallsrisiko als sehr gering eingestuft werden. Bedeutung gewonnen hat Septoria tritici in Südbayern, wo es in den vergangenen Jahren im Frühjahr regnerischer war als anderswo.

Noch für unser Auge unsichtbar sind die Septoria-Infektionen von Ende März und Mitte April. In unbehandelten Feldern und anfälligen Weizensorten wird dieser Neubefall in nächster Zeit sichtbar werden. Zu beachten ist die deutlich längere Inkubationszeit bei Septoria tritici von etwa vier Wochen.

Schließlich zeigt das Halmbruchrisiko witterungsbedingt deutliche regionale Abstufungen. Am höchsten ist es nach dem wiederum milden Winter im Norden und Westen Deutschlands. Im Südosten hat es dagegen weniger Infektionen gegeben.

Generell ist zu bedenken, dass die Wasserversorgung der Böden bis Mitte April teilweise deutlich besser ist als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Entsprechend sollten die Getreideerträge durch Fungizide abgesichert werden. Anders als in den Vorjahren ist aktuell auch kein Trockenstress beim Einsatz von Wachstumsregulatoren zu befürchten.

Thomas Volk, Proplant GmbH, Münster
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