Funke: Keine völlige Liberalisierung der europäischen Agrarmärkte

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Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke warnt vor einer totalen Abhängigkeit vom Weltmarkt, insbesondere bei Agrarerzeugnissen. "Die steigenden Energiepreise, ausgelöst durch verknapptes Angebot der Erzeugerländer und durch Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten zeigen, wie problematisch es ist, total vom Weltmarkt abhängig zu sein. Im Agrarbereich sind wir inzwischen zwar wichtige Handelspartner am Weltmarkt. Wir müssen jedoch aufpassen, bei wichtigen Agrarrohstoffen und Nahrungsgütern nicht in eine ähnliche Import-Abhängigkeit zu geraten", so Funke. "Es kann deshalb keine völlige Liberalisierung der europäischen Agrarmärkte geben. Wir brauchen auch künftig Mechanismen für den Außenschutz." Als Beispiel nannte der Minister in einer Mitteilung den Zuckermarkt. Aufgrund klimatischer Bedingungen sei Zucker aus Zuckerrohr auf der südlichen Halbkugel weitaus billiger zu produzieren. "Ohne Außenschutz unserer Zuckerrübenproduktion würde in der EU keine Zuckerrübe mehr wachsen. Deshalb brauchen wir WTO-Handelsregeln, in denen Aspekte von Qualität, Sicherheit, Tier- und Umweltschutz berücksichtigt werden", so Funke weiter. Eine totale Abhängigkeit von den Weltmärkten dürfe es bei sensiblen Agrargütern nicht geben. (ED)
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