Eine positive operative Entwicklung in der gesamten DZ Bank Gruppe stellte am Dienstag Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank AG, auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main fest. Auf der Basis vorläufiger Geschäftszahlen erreicht die DZ Bank Gruppe ein Ergebnis vor Steuern von 2,45 Mrd. €. 

Das Ergebnis liegt damit zwar um 14,4 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres (2,87 Mrd. €), befindet sich laut Kirsch jedoch weiterhin auf einem "außerordentlich hohen Niveau". Ursache ist zum einen die reduzierte Risikovorsorge. Hinzu kamen Wertaufholungen in Staatsanleihebeständen. Das Konzernergebnis nach Steuern erreichte 1,8 Mrd. € (2014: 2,16 Mrd. €). Der Hauptversammlung soll eine Dividende von 16 Cent je Aktie nach 15 Cent im Vorjahr vorgeschlagen werden.

Mit der im November 2015 angekündigten Fusion von DZ und WGZ Bank will die genossenschaftliche FinanzGruppe die Konsolidierung in diesem Jahr abschließen. Die Fusion liege voll im Plan, heißt es am Dienstag. Der Zuschnitt der Vorstandsdezernate, die Geschäftsverteilung sowie die Bereichsorganisation wurden entwickelt. Am 12. April soll der Verschmelzungsvertrag durch die Vorstände unterzeichnet werden. Am 1. August soll das neue Institut seine Arbeit aufnehmen.

Der erfolgreiche Abschluss der Fusion hat Priorität im Geschäftsjahr 2016. "Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der WGZ Bank", erklärt Kirsch. Gleichzeitig soll insbesondere im Firmenkundengeschäft die Marktbearbeitung intensivieren werden.

700 Stellen in Gefahr

Allerdings werden der Fusion der beiden Institute rund 700 Stellen zum Opfer fallen. Insgesamt sind vom Personalabbau ungefähr 1.000 Mitarbeiter betroffen, schätzt Kirsch. Eingespart werde an beiden Standorten. Betriebsbedingte Kündigungen will die DZ Bank bis Ende 2020 ausschließen. Gleiches soll für die WGZ-Mitarbeiter gelten. Der geplante Jobabbau bezieht sich auf eine Basis von 5.500 Stellen.

Auch ganze Bereiche sollen zusammengelegt werden: Aus den 22 Bereichen bei der DZ Bank und den 15 Bereichen der WGZ sollen insgesamt nur noch 29 werden. Frankfurt und Düsseldorf als Standorte sollen aber auf jeden Fall erhalten bleiben, heißt es.

Agrarbereich bleibt verschont

Der Agarbereich bleibt von den Einschnitte voraussichtlich verschont. Bei Bekanntgabe der Fusion Ende 2015 sagte Kirsch dazu: "Das Agrargeschäft gehört zu unseren Wurzeln und wir werden diesen Bereich eher noch ausbauen." Derzeit kümmert sich bei der DZ Bank ein Team aus acht Mitarbeitern in Frankfurt, Stuttgart, München, Dresden, Hamburg, Oldenburg und Berlin um Landwirte. Die WGZ hat einen Mitarbeiter für diesen Bereich abgestellt.

Trotz des schwachen Jahresauftaktes geht man bei der DZ Bank für 2016 von einer stabilen operativen Entwicklung aus. Zugleich würden sich aber der Wegfall positiver Sondereffekte der Vorjahre und die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Fusion bemerkbar machen, dämpft Kirsch die Erwartungen. (kbo/sp)



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