Kaskadennutzung lautet das Stichwort: Die Gewinnung von Energie aus Biogassubstraten hinterlässt Gärprodukte. Diese können nun in Spanplatten, MDF- oder HDF-Platten verwendet werden und abschließend wieder energetisch genutzt werden. Mehrere Jahre Forschung tragen Früchte.

Unter der Leitung des privaten Nova-Instituts mit Sitz in Köln wurde die technische Machbarkeit der stofflichen Nutzung von Gärresten als Rohstoff für unterschiedliche Holzwerkstoffe untersucht. Hindernis sei zunächst jedoch der Ammoniumstickstoff gewesen, der als geruchsbelastendes Ammoniak-Gas bei der Verarbeitung der Gärreste entweicht. In einem neuartigen Verfahren konnte der Ammoniak aus den festen, faserhaltigen Bestandteilen entfernt werden. Das technische Potenzial des neuen Rohstoffs liegt jährlich bei ca. 1,5 Mio. t Trockenmasse. Aufgrund der Farbeigenschaften der Gärprodukte ist eine Nutzung im Segment der Laminat-Fußböden besonders sinnvoll. Aber auch andere Anwendungen, wie zum Beispiel Holzverbundwerkstoffe (Wood-Plastic-Composites, WPC), sind möglich.

Kooperationspartner waren die Glunz AG (Meppen), die Benas GmbH (Vorwerk) und die Gesellschaft für nachhaltige Stoffnutzung mbH (Halle). Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von April 2012 bis Oktober 2014 gefördert. (az)
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