Mischfutterabsatz

Futtermühlen spüren Preiskrise


Der Umsatz der Mischfutterhersteller sank in Deutschland im vergangenen Jahr auf 7,5 Mrd. €, davon entfielen 6,7 Milliarden Euro auf Mischfutter. Das Umsatzniveau des Vorjahres (rund 7,7 Mrd. € für Futtermittel und 6,9 Mrd. € für Mischfutter) wurde damit nicht erreicht, teilte Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) heute in Berlin mit. Im vergangenen Jahr wurden laut amtlicher Statistik knapp 23,4 Mio. t Mischfutter hergestellt (minus 2,8 Prozent).

Nordwesten wächst gegen den Trend

Die fast durchgehend schlechte Stimmung der Milch- und Fleischproduzenten im vergangenen Jahr hatte zunächst höhere Einbußen beim Mischfutterabsatz vermuten lassen. Regional, aber auch sortenspezifisch ist es dabei im Vorjahresvergleich zu erheblichen Mengenunterschieden gekommen. Auch die individuelle Bilanz der einzelnen Mischfutterunternehmen falle sehr unterschiedlich aus – je nachdem, welche Tierarten mit Futter bedient werden und durch welche Struktur die Tierhaltung vor Ort geprägt ist. Absolut und anteilsmäßig konnte der veredelungsstarke Nordwesten und Norden der Republik seine Position gegen den Bundestrend leicht ausbauen. In Süddeutschland hat der Mischfutterabsatz gelitten und sich innerhalb des letzten Jahres um gut 13 Prozent verringert. Auch im Osten mussten Mengeneinbußen hingenommen werden. In beiden Regionen waren die Absatzveränderungen vor allem in den Sortenbereichen Rinder- und Schweinemischfutter erheblich und trübten somit das Gesamtergebnis.

Tierhalter halten an Mischfutter fest

Angesichts gesunkener Rohstoffpreise und der Preismisere auf einigen wichtigen Märkten der tierischen Veredelungsproduktion sei der bundesweite Rückgang der Mischfutterproduktion zu befürchten gewesen, so der DVT. „Insgesamt können wir dennoch festhalten, dass die Nutztierhalter auch in Krisenzeiten überwiegend an hochwertigem Mischfutter in ihren Betrieben festhalten. Trotz schwächerer Getreidepreise hat es im Berichtszeitraum keine substanzielle Abkehr von zugekauften Futtermitteln gegeben“, stelle DVT-Präsident Jan Lahde fest. Hauptkriterien für den Mischfutterabsatz seien generell die mittelfristige Perspektive auf rentable Agrarpreise für die Landwirte sowie deren kurzfristige betriebliche Liquidität. Diese beiden Faktoren bereiten den Tiernahrungsherstellern im aktuellen Tagesgeschäft allerdings zunehmend Sorge, so der DVT.

Weiterer Produktionsrückgang wahrscheinlich

Die unsicheren Absatzmärkte werden auch in den kommenden Monaten das weitere Ergebnis der Futtermittelwirtschaft prägen. Insgesamt geht der DVT davon aus, dass die Mischfutterherstellungsmenge in Deutschland zum Jahresende noch weiter rückläufig sein wird. Das genaue Ausmaß lasse sich derzeit nicht einschätzen und ist stark abhängig von den Einbrüchen und Verschiebungen auf den Veredelungsmärkten. Vor allem der Rinder- und Schweinemischfuttersektor werden stark betroffen sein, wenn es dort zu keine Preiserholung kommt. Absatzverluste, die hier entstehen, könnten von anderen Sortenbereichen, wie beispielsweise dem Geflügelfutter, kaum kompensiert werden. (SB)
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