Klimawandel

Futterzusatz gegen Treibhausgase

Unter der Bezeichnung "Mootral" bietet das Schweizer Unternehmen Zaluvida einen neuartigen Futterzusatz, welcher die Fermentation im Magensystem der Wiederkäuer verändern und die Methanausscheidungen in einer Größenordnung von 30 Prozent vermindern soll.

Versuche unter Laborbedingungen hätten eine deutliche Reduktion der Methanausscheidungen belegt, sagte der Tierphysiologe Prof. Gerhard Breves heute in Berlin. Er selbst zeigt sich von den Wirkungen des Präparates in eigenen Untersuchungen an der Tierärztlichen Hochschule überrascht, so Breves. Notwendig seien jedoch weitere Untersuchungen, um die genaue Wirkungsweise aufzuklären.

Zitrusextrakt soll wirken

Der in der Zwischenzeit patentierte Futterzusatz besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen und wird aus Knoblauchpulver und Zitrusextrakten hergestellt. Eine gesonderte Zulassung ist nicht erforderlich. Ziel der Anwendung sei es, die Verbraucher mit "einem guten Gewissen hochwertige Fleischwaren vom Rind genießen zu lassen", führte der Geschäftsführer der Zaluvida-Gruppe, Christoph Staeuble, im Rahmen der Produktpräsentation aus. Sein Unternehmen wolle dazu beitragen, dem Image des Wiederkäuers als einem der Hauptverursacher für Treibhausgasemissionen zu begegnen. Zaluvida stehe im Gespräch mit Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels, um die positiven Wirkungen des Zusatzes zu erläutern. Als wünschenswert betrachte er es, über eine gezielte Stimulation der Nachfrage auf der Handelsseite, die positive Wirkung des Zusatzes in die gesamte Produktion zu bringen und letzlich damit auch den Erzeugern höhere Produktpreise zu ermöglichen.

Die Viehwirtschaft weltweit gilt mit einem Anteil von 15 Prozent an allen anthropogenen Treibhausgasen nach den Sektoren Energie und Industrie als drittgrößter Verursacher. (jst)
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