1

Die Umsätze der Futures haben sich inzwischen vom eigentlichen Handelsvolumen abgekoppelt. Das Volumen der Futures im Verhältnis zur physischen Ernte sei zwar schon immer höher als die eigentliche Ernte gewesen. Doch wenn in den Futures die 36fache Menge der US-Getreideproduktion gehandelt werde, gebe das zu denken, erklärte Jan Heinecke, von der Rabo Trading Germany GmbH, Frankfurt a.M., am vergangenen Freitag auf dem Westdeutschen Börsentag in Köln. Die Futures könnten sich allerdings nicht vollkommen vom physischen Markt lösen, denn alle Long-Positionen benötigten einen Gegenposition im Verkauf durch Händler, Hedger oder andere Spekulanten.

Neben den traditionellen Spekulanten hätten auch die Indexspekulanten die Rohstoffmärkte entdeckt, auch wenn sie deren Risiken nicht kennen und sich nicht für die absoluten Preise interessieren würden. Sie investierten nach einem Portfolioansatz und ihr Appetit steige mit steigenden Preisen. Dies führe zu einem exponenziellen Wachstum der Futurespreise. Hätten die Investitionen der Indexfonds 2003 noch bei 13 Mrd. US-$ gelegen, so seien bis März 2008 etwa 260 Mrd. US-$ in Commodities investiert worden. Das entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 183 Prozent pro Jahr. Gemessen an den Aktienmärkten sei das Volumen der Rohstoff-Futures aber bescheiden. Denn nach Vergleichszahlen aus dem Jahr 2004 war das Volumen der Aktienmärkte 240mal größer als die Summe aller ausstehenden Rohstoff-Futures. Das Verhältnis sei auch heute ähnlich. (St)

stats