Hinsichtlich der Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum 2014 bis 2020 sind frühestens im 1. Halbjahr 2013 konkrete Vorschläge zu erwarten. Die Wahl zur französischen Präsidentschaft im Jahr 2012 wird nach Einschätzung von Dr. German Jeub vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) die Entscheidungsprozesse in Europa verzögern. Auf dem Futtermittelhandelstag auf Burg Warberg skizzierte Jeub mögliche Anpassungen der GAP. Für das laufende Jahr 2011 umfasst der EU-Haushalt knapp 142 Mrd. €, entsprechend einem Anteil von 1,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens der EU. Diese Größe soll nach bisherigen Vorstellungen auf 1,0 Prozent gesenkt werden. Angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise in den Ländern der EU bestehe jedoch eine „gewisse Unsicherheit" über die konkrete Gestaltung des künftigen Haushalts.

Das BMELV vertrete grundsätzlich die Ansicht, in der GAP an zwei starken Säulen festzuhalten und den Kurs der Marktorientierung fortzuführen. Direktzahlungen seien auch künftig zur Einkommenssicherung notwendig. Für diese Positionen habe Bundesagrarministerin Ilse Aigner in Gesprächen mit vielen Mitgliedsländern bereits geworben. (jst)
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