In Irland erregen geplante Anbauversuche mit gentechnisch veränderten Kartoffeln die Gemüter. Die staatliche Forschungsanstalt will eine Phytophthora-resistente Sorte anbauen.

In Irland, wo die Kraut- und Knollenfäule jene legendäre Hungerepidemie ausgelöst hat, sehen Agrarforscher Perspektiven für eine Phytphthora-resistente Kartoffel. Darum soll eine gentechnisch veränderte Sorte, die an der niederländischen Universität Wageningen entwickelt wurde, unter irischen Verhältnissen geprüft werden. Den entsprechenden Antrag dazu hat die Forschungsanstalt Teagasc bereits Anfang des Jahres gestellt.

Unter anderem soll geprüft werden, wie stabil die Resistenz ist, wie sich die Sorte im Freiland verhält und welche Umweltfolgen zu erwarten sind. Nun hat die irische Sicherheitsbehörde für die Jahre 2012 bis 2016 grünes Licht erteilt. 

Seither schwappt eine Empörungswelle durch Irland, der die Forscher mit geduldiger Aufklärung begegnen. Sie weisen darauf hin, dass die Sorte in öffentlicher Forschung entwickelt wurde. Zudem stamme das gentechnisch übertragene Gen aus eine Wildkartoffelsorte. Somit handele es sich um sogenannte "Cis-Genetik".

Dieselbe Sorte sei bereits 2011 in den Niederlanden in Feldversuchen geprüft worden - ohne Folgen für die Umwelt. Darüberhinaus sei die Forschung eingebettet in einen internationalen Forschungsverbund mit insgesamt 22 Partnern aus 15 EU-Staaten. (brs)
stats