GV-Maisverbot: Entscheidung nach Ostern

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Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner will bis spätestens kommenden Mittwoch, den 15. April, über das Anbauverbot für gentechnisch veränderten (GV-)Mais entscheiden. Als Grundlage dient der Monitoring-Bericht von Monsanto. Aus Sicht des Ministeriums käme die Entscheidung noch rechtzeitig vor der Aussaat, mit der in Bayern frühestens ab dem 20. April zu rechnen sei, so eine Ministeriumssprecherin. Basis für diese Zeitrechnung sind die im Standortregister gestellten Freisetzungsanträge. Erst drei Monate nach der Antragstellung dürfen die Landwirte mit der Maisaussaat beginnen. Das Gros der Anträge ist nach BMELV-Angaben so gestellt, dass diese Dreimonatsfrist nach dem 20. April endet.


Die Zeit ist aber knapp. Denn in der Praxis wurde schon mit der Aussaat von konventionellem Mais begonnen. Die Rübenflächen im Norden sind fertig bestellt und warten auf den Mais. GV-Mais, für den die Anträge rechtzeitig gestellt worden sind, könnte schon in der kommenden Woche ausgesät werden, erklärt Dr. Uwe Schrader vom Innoplanta e.V., Gatersleben. Sollte es dennoch zu einem Verbot kommen, würden sich die Landwirte rechtliche Schritte vorbehalten, so Schrader. In einem offenen Brief auf der Homepage von Innoplanta appellieren die bislang 114 Unterzeichner an Aigner, die Entscheidung auf wissenschaftlich fundierte und justiziable Fakten zu gründen und den Anbau von MON 810 nicht weiter einzuschränken. (AW)
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