GV-Maisverbot: Erlass des BVL heute verschickt

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Das Anbauverbot für den gentechnisch veränderten (GV-)Mais Mon810 ist nun amtlich. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute die Bescheide an den Zulassungsinhaber, also Monsanto, die Kontrollbehörden der Bundesländer sowie an das Bundessortenamt verschickt, so eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV). Die Information der GV-Maisanbauer erfolgt laut BMELV dann durch Monsanto.

Das Unternehmen will jedenfalls alles daran setzen, noch vor Ende der Aussaat das Verbot im Eilverfahren wieder aufzuheben, erklärte ein Sprecher gegenüber ernaehrungsdienst.de. Falls das Verbot jedoch bestehen bleibt, will Monsanto das bereits erworbene GV-Saatgut zurücknehmen und durch konventionelles ersetzen.

Das Anbauverbot hatte in dieser Woche hohe Wellen geschlagen und sehr gespaltene Reaktionen hervorgerufen. Die Gentechnik-Gegner begrüßten es, während Befürworter die Gründe für das Verbot als reinen Populismus bezeichneten, der nichts mit fachlichen Gründen zu tun habe. Gespalten sind auch die politischen Lager selbst innerhalb der großen Koalition. Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat die Entscheidung als "sehr bedauerlich" bezeichnet und kündigte die Prüfung neuer gentechnikkritischer Studien durch ihr Ministerium an. Ferner haben sich die deutschen Wissenschaftler zusammengetan und gemeinsam erklärt, dass sie die Erforschung einer Zukunftstechnologie gefährdet sehen. (AW)

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