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Das Anbauverbot für den gentechnisch veränderten (GV-)Mais Mon810 löst ein breites Echo bei Befürwortern und Gegnern Grüner Gentechnik aus. Die Landwirte, die den Anbau von GV-Mais geplant haben, wollen Rechtsmittel prüfen. „Die betreffenden Landwirte stehen nun vor großen Problemen, kurzfristig anderes Saatgut zu bekommen. Viele überlegen, Rechtsmittel einzulegen“, kündigt die Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte (Agil) an, welche die GV-Maisanbauer vertritt. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält sich mit seiner Bewertung bedeckt und erläutert: „Unabhängig von der heutigen Entscheidung von Ilse Aigner zum Anbauverbot von gentechnisch verändertem Mais bleibt der DBV bei seiner bisherigen Haltung, in Deutschland nicht zum Anbau von Grüner Gentechnik zu raten."

In der Politik gratulieren der Koalitionspartner SPD und Bündnis 90/Die Grünen Aigner zu ihrer Entscheidung. „Das Anbauverbot für gentechnisch veränderten Mais ist der Anfang vom Ende der grünen Gentechnik in Deutschland“, analysiert die SPD-Fraktion das heutige Anbauverbot. Die Grünen fordern, nun „in Europa konsequent gegen Gentechnik auf Äckern und Tellern“ vorzugehen. Aigner solle bei den künftig anstehenden Zulassungsverfahren für GV-Sorten „Kurs halten“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Renate Künast in Berlin. Heftige Kritik kommt einzig und allein von der FDP: „Ilse Aigner beugt sich dem Druck aus Bayern. Sie verbietet entgegen ihrer eigenen Überzeugung und entgegen rechtsstaatlicher Prinzipien den Anbau einer Maissorte, die sich auch in Deutschland bewährt hat", erklärte die Gentechnik-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan. Aigner würde Fachlichkeit dem Populismus opfern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem Aussaatverbot für Mon810 einen „großen Erfolg des jahrelangen Engagements von Umweltorganisationen und Ökoanbauverbänden“. (sta)

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