Die EU-Mitgliedstaaten sollen mehr Möglichkeiten erhalten, den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu verbieten. Dies fordern die meisten Abgeordneten im Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes (EP) in Brüssel. Corinne Lepage von den Liberalen stellte am Montag ihrem Bericht zur Reform der GVO-Freisetzungsrichtlinie vor. Danach sollen EU-Mitgliedstaaten den GVO-Anbau national verbieten, wenn sie Bedenken wegen der Umwelt oder der menschlichen Gesundheit haben. Die EU-Kommission möchte dagegen die Risikoanalyse allein der Europäischen Lebensmittelbehörde überlassen und die Zulassung auf EU-Ebene behalten. EU-Verbraucherkommissar John Dalli lässt für nationale GVO-Verbote lediglich „weiche" Begründungen zu, wie etwa ethische Bedenken, Traditionen oder sozioökonomische Überlegungen. Das geht den Abgeordneten nicht weit genug. Sie fordern eine klarere Rechtsgrundlage für nationale GVO-Verbote und stellen damit das gemeinsame Zulassungsverfahren in Frage. (Mö)  
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