GVO: Südamerikaner mahnen in Brüssel Sachlichkeit an


Spitzenvertreter von Erzeugerverbänden aus Nord- und Südamerika haben in dieser Woche Europa besucht. Ihr Ziel: Einen Dialog zum Thema GVO in Gang zu setzen. Nach Ansicht der International Soybean Growers Alliance (ISGA) führt kein Weg mehr an genetisch veränderten (GV-)Sojabohnen und ihren Nebenprodukten vorbei.

In dieser Woche haben Spitzenvertreter der Vereinigung unter anderem Brüssel und Berlin bereist und sind dort mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und der Agrarwirtschaft zu Gesprächen zusammmengetroffen. Die Unterredungen hatten im Wesentlichen ein Ziel: Handelshemnisse aufzuzeigen, die nach Ansicht der ISGA durch die Gentechnik-Gesetzgebung in Europa bereits bestehen oder noch entstehen könnten. Sie wünschten sich generell eine "wissenschaftsbasiertere" Herangehensweise an das Thema, wie agrarzeitung.de von ISGA-Mitgliedern erfuhr.

Die Vereinigung setzt sich aus Verbänden in den USA, Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zusammen. Die einzelnen Verbände wiederum decken die Wertschöpfungskette Soja ab. Zusammen genommen stehen die Nationen, die in der ISGA vertreten sind, nach eigenen Berechnungen für mehr als 95 Prozent der weltweiten Produktion von Sojabohnen.

Ein großes Problem besteht nach Ansicht der ISGA in den langwierigen Genehmigungsprozessen für genetisch veränderte Organismen (GVO) in Europa. Hinzu komme die Nulltoleranz-Regelung für Einträge von Spuren nicht zugelassener GVO in Lieferungen mit konventioneller Ware. Dieses Problem wird sich nach Ansicht der ISGA in den kommenden Jahren verschärfen, da sich weltweit weitere genetisch veränderte Sorten in den Zulassungsprozessen befänden.

Aktuell sorgt für Diskussionsstoff, dass innerhalb der EU keine Einigung auf eine technische Lösung zur Tolerierung für minimale Einträge von 0,1 Prozent nicht genehmigter GVO für den Lebensmittelbereich erzielt worden ist. Bei Futtermitteln findet eine solche technische Lösung bereits Anwendung. (pio)
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