GVO-Zulassung verbessern

Die EU-Mitgliedstaaten gehen unterschiedlich mit der grünen Gentechnik um. Auf dem EU-Binnenmarkt könnte es deshalb zu ernsthaften Störungen kommen.  Nachbesserungen bei der Zulassung für den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) mahnen Berater der EU-Kommission an. Die Kommission gehe das Problem bereits an, bestätigten am Freitag in Brüssel zwei Berichte von Gutachtern, die sich zuvor bei den Behörden und Unternehmen umgetan hatten. Zunehmende Einfuhren von GVO seinen zu erwarten, heißt es in den Berichten, die von der Kommission in Auftrag gegeben wurden. Um den Handel nicht zu behindern, wurde deshalb eine Lösung für Spuren von in der EU noch nicht zugelassenen GVO gefunden.

Bezüglich des Anbaus müsse es unbedingt mehr Spielraum für die EU-Mitgliedstaaten geben, wird in den Berichten gefordert. Allerdings hätten nationale GVO-Verbote nichts mit Risiken für die Umwelt oder für die Gesundheit zu tun. Vielmehr kämen darin politische Ansichten zum Ausdruck, die nicht wissenschaftlich begründet werden sollten. Langfristig sollen neue GVO in der EU genauso schnell wie in Drittländern beurteilt werden, um Zulassungslücken aus verwaltungstechnischen Gründen zu vermeiden. Die Kommission möchte deshalb die Anforderungen an einen Antrag auf Zulassung in den kommenden Wochen klarer fassen. Außerdem möchte die Kommission Beobachtungen für bereits zugelassene GVO in den EU-Mitgliedstaaten besser koordinieren.

In der EU wurden 2010 der GV-Mais MON 810 auf 89.000 ha und die Amflora-Kartoffel auf 265 ha angebaut. 85 bis 90 Prozent des Mischfutters enthält GVO und wird deshalb gekennzeichnet. (Mö)   
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