Obwohl der Markt für Gärreste laut Prof. Carsten Herbes von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen sehr ungleichmäßig ist, sind Überlegungen zur Vermarktung nicht abwegig. Unbehandelte Gärprodukte können Preise zwischen 5 und 15 €/m³ erzielen, Pellets und Kügelchen bis zu 100 €/t. Für Pellets als Hühnereinstreu werden sogar bis zu 200 €/t gezahlt. Kleine Betriebe mit kleinen Anlagen haben nach Prof. Herbes kaum eine Chance für den Aufbau einer Produktpalette und Vermarktungsschiene. Allerdings könnten sich Anlagenbetreiber für eine Vermarktung zusammenschließen.

Generell gelte, dass dem Nutzen von Gärresten lediglich durch die Transportkosten Grenzen gesetzt seien, fasste Professor Joachim Aurbacher vom Institut für Betriebslehre an der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammen. Erst ab einer Entfernung von 15 bis 40 Kilometern übersteigen die Kosten der Ausbringung den Nährstoffgehalt. Bei Betrieben, die sonst keinen Zugang zu Wirtschaftsdüngern haben, könnte sich sogar eine Kooperation mit einem lokalen Biogasbetreiber rechnen. (az)
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