Report Anbaustrategien Kartoffeln

Gastkommentar Thomas Herkenrath


Thomas Herkenrath ist frisch gekürter Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes.
-- , Foto: DKHV
Thomas Herkenrath ist frisch gekürter Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes.

Thomas Herkenrath ist kürzlich bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes zum Präsidenten gewählt worden. Im Gastkommentar erklärt er, wie er die erfolgreiche Arbeit seines Amtsvorgängers Dieter Tepel fortsetzen will. Die Kartoffelwirtschaft steht vor spannenden Herausforderungen.

In Deutschland wie auch in Europa sinkt der Kartoffelverbrauch pro Kopf. In allen Ländern gibt es Aktivitäten, dem entgegenzuwirken. Bereits seit 2011 läuft die vom DKHV initiierte Imagekampagne ‚Die Kartoffel. Voll lecker‘. Die Arbeit der Kartoffel Marketing GmbH werden wir weiter maßgeblich mitgestalten.

Der Europatat-Kongress vor Kurzem zeigte uns erneut, wie wichtig Brüssel für die europäischen Unternehmen geworden ist. Weichenstellungen, die hier vorgenommen werden, beeinflussen Landwirtschaft und Handel zunehmend. Hier gilt es, die deutsche Stimme stärker zur Geltung zu bringen.

Mit Europatat haben wir einen sehr aktiven Verband, der unsere Interessen in der Diskussion vertritt. Aber nur jene Positionen können erfolgreich umgesetzt werden, die wir selbst einbringen. Konkrete Ansätze bieten die vielen Qualitätsstandards, die europa- und weltweit bestehen. Für einen fairen Handel ist ein gleiches Verständnis von Qualitätsparametern und -definitionen Voraussetzung. Für den europäischen Handelsstandard RUCIP ist zum Beispiel eine einheitliche Ausbildung der Sachverständigen und Schiedsrichter eine der nächsten Aufgaben, die auch unsere brancheninterne Weiterbildung verändern wird.

Wichtig für eine wirtschaftlich erfolgreiche Arbeit unserer Unternehmen ist zudem, dass EU-Vorgaben eins zu eins in Deutschland umgesetzt werden. Das ist nicht immer gegeben und führte in der Vergangenheit immer wieder zu Wettbewerbsverzerrungen in Europa. In Deutschland gibt es weitere Baustellen: Bürokratische Monster wie die Gelangensbestätigung oder auch die Dokumentationspflichten im Mindestlohngesetz führen zu erheblichem Mehraufwand gerade in klein- und mittelständisch strukturierten Familienunternehmen, die in unserer Branche zahlreich vertreten sind.

Unsere Mitglieder tun alles, um die hohen Qualitätsanforderungen der Kunden zu erfüllen. Sie sind mehrfach zertifiziert und verfügen über hervorragende Qualitätssicherungs- und -managementsysteme. Das garantiert den Kunden leckere und sichere Produkte. Doch: Aufwand und Nutzen müssen in einem realistischen und ökonomisch sinnvollen Verhältnis zueinander stehen.

Gastkommentar Thomas Herkenrath, Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes (DKHV), Berlin
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