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Für Geflügel werden künftig deutliche Preissteigerung erwartet. Paul-Heinz Wesjohann, Vorstandsvorsitzender der PHW-Gruppe, Rechterfeld, macht dafür den wachsenden Einsatz von Futtergetreide in der Bioenergieerzeugung verantwortlich. Wesjohann befürchtet in den kommenden zehn Jahren Preissteigerungen "von bis zu 40 Prozent". Gründe dafür sind nach einer Pressemitteilung des Unternehmens die weltweite Verknappung von Getreidemengen sowie die verschärfte Konkurrenzsituation zwischen der Erzeugung von Bioenergie und Nahrungsmitteln und die zunehmende Verwendung von Futtergetreide für die Erzeugung von Biokraftstoff. "Die Energie frisst die Nahrung", so Wesjohann. Raps, Mais oder Weizen, die neben den Ställen angebaut würden, landeten - so Wesjohann - "in den Tanks als Beimischung für Dieseltreibstoff". Die PHW-Gruppe müsse stattdessen inzwischen Mais aus Ungarn importieren.

Das Unternehmen habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 seinen Wachstumskurs fortsetzen können und erzielte den Angaben zufolge einen Umsatz von 1,27 (Vorjahr: 1,26) Mrd. €. Im Frühjahr 2006 habe die Vogelgrippe zu weltweiten Turbulenzen auf den Geflügelmärkten geführt, mit massiven Absatzeinbrüchen auch in Deutschland. Die Geflügelmarke "Wiesenhof" habe sich in diesem extremen Umfeld deutlich besser behaupten können als Wettbewerber. Den Umsatz in diesem Geschäftsfeld gibt das Unternehmen für 2005/06 mit 766 (786) Mio. € an. Investiert worden seien im abgelaufenen Geschäftsjahr knapp 70 (52) Mio. €, beispielsweise in den Neubau einer Brüterei in Rechterfeld. (ED)

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