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Eine von den EU-Richtlinien abweichende Hennenhaltungsverordnung schränke die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Geflügelproduktion drastisch ein. Dies behalte auch dann seine Gültigkeit, wenn die gewachsene Nachfrage nach Geflügelprodukten und die gestiegenen Erzeugerpreise die Situation der Geflügelwirtschaft sehr gut aussehen ließe. Dies sagte der mecklenburg-vorpommersche Landwirtschaftsminister Till Backhaus Anfang der Woche auf der Mitgliederversammlung des Geflügelverbandes des Landes. Hohe Preise seien nicht einfach gleichzusetzen mit einer verbesserten Rentabilität. Viele Hähnchenmäster stünden betriebswirtschaftlich auf der Kippe, so Backhaus weiter, weil Küken und Futtermittel teurer werden, die Entsorgungskosten um mehr als ein Drittel gestiegen sind und auch die Energiekosten drastisch in die Höhe schnellten. Es sei richtig, die Haltungsbedingungen für die Tiere artgerechter zu entwickeln. Dies dürfe aber nicht ohne Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit geschehen. Wenn es nicht gelinge, im Rahmen der WTO-Verhandlungen einen Außenschutz für die EU-Staaten bezüglich der Importe von Eiern aus konventioneller Käfighaltung zu erreichen, werde die Eierproduktion in Deutschland an Bedeutung verlieren. (ED)
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