Gegen Sonderweg bei Mais


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Die meisten Abgeordneten im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments (EP) lehnen eine Abschaffung der Maisintervention im kommenden Wirtschaftsjahr ab, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Ein Beschluss über das Ende der Maisintervention sei frühestens im Juni möglich, betonte der ungarische Abgeordnete Bela Glattfelder von der Europäischen Volkspartei (EVP) am Montag. Mit Maisüberschüssen sei in den kommenden Jahren kaum zu rechnen, meinte Glattfelder. Sein ungarischer Kollege Csaba Sandor Tabajdi von der Sozialdemokratischen Fraktion unterstützte ihn und erklärte, eine isolierte Abschaffung der Maisintervention solle es nicht geben. Der deutsche Abgeordnete Lutz Goepel von der EVP wurde noch etwas deutlicher: Die Intervention sei nicht mehr zeitgemäß. Wenn es durch Biomasse und Bioethanol zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten für die Getreideerzeuger gebe, die Flächenstilllegung fallen sollte und der Roggen ohne Intervention eine Erfolgsgeschichte geworden sei, müsse man den staatlichen Aufkauf für alle Getreidesorten beenden. Goepel lehnte eine isolierte Ad-hoc-Entscheidung für Mais ebenfalls ab, allerdings mit der Perspektive, die Intervention bei der nächsten Reform ganz abzuschaffen. (Mö)
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