15 europäische Länder wollen gemeinsame Standards für Lebens- und Futtermittel „Ohne Gentechnik“ (OGT) festlegen. In einem einjährigen Prozess wurden die harmonisierten Standards für die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz, die Republika Srpska, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine formuliert.

Regelungen aus Deutschland als Vorbild

Die Regeln beinhalten einen Standard zur Definition GVO-freier Produktion von Lebensmitteln und deren Kennzeichnung und einen weiteren Standard zur Risiko-basierten Kontrolle GVO-freier Produktionsprozesse. Die Dokumente wurden nun an die 15 Agrarminister der Länder übergeben, teilt der Verein Donau-Soja mit. Die OGT-Donauraum-Standards wurden auf Grundlage der bereits vorhandenen GVO-frei Kennzeichnungs- und Kontrollstandards aus Österreich, Deutschland und Slowenien entwickelt. Die regionale Harmonisierung sei notwendig, um Handelshemmnisse zwischen europäischen Ländern zu vermeiden.

Gentechnikfreiheit von Sojaprodukten garantieren

Die Standards gelten für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel, aber auch für Produkte tierischer Herkunft. Ein „regional harmonisierter, klarer und praktisch umsetzbarer“ OGT-Standard sei auch für das Donau-Soja-Qualitätsprogramm von großer Bedeutung, so der Verein weiter. Auf diese Weise könne die Gentechnikfreiheit aller Bestandteile von Sojaprodukten, Futtermitteln und verarbeiteten tierischen Produkten mit dem Qualitätszeichen „Donau Soja“ oder „Europe Soya“ gewährleistet werden.

Hoffen auf Vorbildwirkung für Europa

„Die OGT Donauraum Standards können eine Signalwirkung in Richtung einer europaweiten Harmonisierung aussenden“, hofft Matthias Krön, Obmann des Vereins Donau-Soja. Ausgangspunkt für die Entwicklung der Standards war die auf Initiative von Slowenien und des Vereins verabschiedete Ministererklärung von Moravske Toplice im Jahr 2013. Darin einigten sich die Landwirtschaftsminister der Donau-Region, die Wahlfreiheit von Konsumenten durch einen gemeinsamen, regionalen Standard für die Herstellung, Kennzeichnung und Kontrolle Gentechnik-freier Lebensmittel zu wahren. Die neuen Standards sollen insbesondere den Ländern der Donau-Region als Hilfestellung dienen, die bislang keine eigenen Regelungen besitzen. Unterstützt wurde die Entwicklung der Standards durch das Projekt „GVO-freie Qualitätssoja aus der Donau Region“, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ durchgeführt wird. Die technische Leitung lag beim österreichischen Umweltbundesamt. (SB)

Standard_production_labelling_Ohne gentechnik.pdf OGT Donauraum-Standard (EN)

Standard_on_risk_based_control ohne Gentechnik.pdf OGT Donauraum-Kontrollrichtlinie (EN)
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