Hitze und Trockenheit sind die Hautpursachen für Missernten in Entwicklungs- und Industrieländern. Mit dem Klimawandel werden hohe Temperaturen und sintflutartige Regenfälle noch weiter zunehmen. Davon sind Pflanzenzüchtungsforscher überzeugt. Sie erinnern daran, dass im Jahr 2003 die französischen Landwirte aufgrund von Trockenheit fast ein Viertel ihrer Ernte verloren haben.

Ursprüngliche Weizensorten, die unter anderem in Genbanken bewahrt werden, besitzen möglicherweise genetische Anlagen, um weniger empfindlich auf solche Wetterlagen zu reagieren. Das wollen Pflanzenzüchter nutzen, um aktuelle Weizensorten robuster zu machen. Mehr als 100 Pflanzenforscher aus den 22 wichtigsten Weizenproduktionsländern weltweit haben eine Zusammenarbeit in der Weizenzüchtung vereinbart. Moderne Verfahren der Genomic sollen traditionelle Züchtungsverfahren ergänzen, um zu Weizensorten zu gelangen, die in den besonders vom Klimwandel getroffenen Gebieten gedeihen.

„Nicht nur das Überleben der Landwirten sind vom Klimawandel bedroht, sondern die Bevölkerung in den empfindlichsten Regionen werden immer häufiger totale Ernteausfälle erleben, wenn wir nicht schnell die Widerstandsfähigkeit von Weizen gegen Hitzewellen und Trockenheit erhöhen“, So Matthew Reynolds vom Internationalen Mais- und Weizenzüchtungszentrum (Cimmyt). Er organisierte ein Gründungstreffen des Wissenschaftlerteams Heat and Drought Wheat Improvement Consortium (HeDWIC).

Reynolds und seine Kollegen setzen auf eine neue Generation von Molekulartechnologien, die das Screening der archivierten Weizensorten beschleunigt. Auch für die Einkreuzung in bestehende Weizensorten setzen die Wissenschaftler auf moderne Technologien. Selbst wenn sich die Erderwärmung auf 2 °C beschränken lasse, werden vereinzelt die Oberflächentemperaturen um bis zu 5 °C ansteigen.

Von Missernten werden nicht nur begrenzte Regionen in Afrika oder Asien betroffen sein, sondern auch die ärmeren Gebiete und Bevölkerungsgruppen in den entwickelten Ländern, betonen die Wissenschaftler. Die sozioökonomischen Folgen des Klimawandels müssten durch eine sichere Nahrungsmittelversorgung zumindest abgemildert werden, so ihr Appell. (brs)
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