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Die Bundesregierung hat heute wegen der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien erstmals ein generelles Transportverbot für alle Klauentiere erlassen. Dies teilt der Nachrichtendienst Reuters im Internet mit. Nur in Ausnahmefällen dürften Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine von Betrieben zu Schlachthöfen oder zu anderen Betrieben gebracht werden, sagte der Staatssekretär im Bundeslandwirtschftsministerium, Alexander Müller (Grüne), heute in Bonn. Das vom Krisenstab des Bundes und der Länder beschlossene Transportverbot werde am Freitag als Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Maßnahme gilt ab Samstagmorgen und soll bis zum 27. März in Kraft bleiben. Auch die Viehmärkte in Deutschland bleiben bis dahin geschlossen.

Ausnahmen vom generellen Transportverbot werden laut Müller nur in zwei Fällen gestattet: Zum einen bei Transporten vom Betrieb zum Schlachthof, zum anderen zwischen zwei Betrieben untereinander. Diese Transporte seien mitunter notwendig, erläuterte Müller, weil verschiedene Ferkel- und Mastbetriebe zusammenarbeiten. Die Ausnahmen seien an Auflagen geknüpft. So müssten die Fahrzeuge desinfiziert werden, und die jeweils transportierten Tiere dürften keinen Kontakt zu Tieren aus anderen Beständen haben.

Müller bezeichnete die Gefahr, dass die Klauenseuche von Großbritannien auf Kontinentaleuropa übergreift, weiterhin als sehr ernst. In Großbritannien nehme die Zahl der Seuchenausbrüche unvermindert zu. Ein Grund dafür sei nach der Feststellung der britischen Regierung der Kontakt zwischen Tieren aus verschiedenen Beständen. Dieses Risiko wolle die Bundesregierung in Deutschland mit dem Transportverbot ausschließen. Bislang waren gemeinsame Transporte von Tieren aus mehreren Betrieben möglich, ab Samstag sei dies untersagt. (ED)
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