Pflanzenforscher erzielen einen Durchbruch. Ihnen gelingt der genomweite Einblick in die Getreidesorte Gerste. Einer internationalen Forschungsgemeinschaft unter der Leitung von Dr. Nils Stein, Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben, ist nach zweijähriger Arbeit erstmalig der genomweite Einblick in die Getreidesorte Gerste geglückt. Die Wissenschaftler etablierten eine Strategie, mit der sie bereits jetzt die Anordnung von etwa zwei Drittel aller Gene in Gerste bestimmen konnten. Diese dient nun als Grundlage für die vollständige Entschlüsselung des Gersten- und des nahe verwandten Weizengenoms.

Die Größe und der komplizierte Aufbau der Getreidegenome erschwerten bisher deren vollständige Entschlüsselung. „Das Gerstengenom ist etwa zweieinhalb mal so groß wie das menschliche Genom und entspricht ungefähr zwölfmal dem Reisgenom, für dessen Entschlüsselung etwa 100 Millionen US-Dollar benötigt wurden", verdeutlicht Stein die Größenverhältnisse. Die an Gerste erfolgreich erprobte Strategie setzen Wissenschaftler bereits auch beim wesentlich größeren Weizengenom ein. Auf Grund der Ähnlichkeit vieler Getreidesorten werden die Forscher auch die Beziehungen zwischen den genetischen Informationen und den Merkmalsausprägungen auf andere verwandte Getreidearten wie beispielsweise Roggen übertragen können, berichtet das Internetportal Pflanzenforschung.de. (az)
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