GVB-Bilanz

Genossen machen sich wetterfest


Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken sind mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 zufrieden. „Wir wissen aber auch, dass eine positive Ertragsentwicklung und stetige Kostensenkungen notwendig sind, um auf die vor uns liegenden Geschäftsjahre mit anhaltend niedrigen Zinsen vorbereitet zu sein. Deshalb machen sich die Institute weiter wetterfest für schwierigere Zeiten“, sagte Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen bei der Bilanzpressekonferenz in München.

Im Rahmen der bei der Bilanzpressekonferenz vorgestellten GVB-Konjunkturumfrage schätzten 99 Prozent der rund 200 teilnehmenden Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Jahreswechsel 2014/15 ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“ ein. Ausgehend von diesem positiven Ergebnis äußerten sich die Banken für die Zukunft allerdings vorsichtiger: Bis zum Halbjahr rechnet etwa 54 Prozent der Banken mit einer stabilen Lage, etwa 44 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Eigenkapitalbasis gestärkt

Das Ergebnis vor Ertragssteuern der 281 bayerischen Kreditgenossenschaften stieg 2014 gegenüber dem Vorjahr um 9 Basispunkte auf 1,08 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Es beläuft sich damit auf 1,5 Mrd. €. Ihre Eigenkapitalbasis konnten die Genossenschaftsbanken in Bayern stärken: Die Kernkapitalquote stieg zum 31. Dezember 2014 auf 13,41 Prozent, die Eigenmittelquote belief sich auf 18,03 Prozent.

Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken versorgten vergangenes Jahr rund 6,6 Millionen Kunden mit Finanzdienstleistungen. Damit sind rund 53 Prozent der bayerischen Bevölkerung Kunde einer Genossenschaftsbank. Die Zahl der Mitglieder wuchs das sechste Jahr in Folge und erhöhte sich um 56.600 auf 2,62 Millionen.

Marktanteil im Kreditgeschäft steigt

Im Kreditgeschäft legten die Institute 2014 um 4,5 Prozent (3,6 Mrd. €) auf 83,1 Mrd. € zu. Im Kreditgeschäft mit Privatkunden liegt der Marktanteil bei 25 Prozent, nachdem es vor zehn Jahren noch 18 Prozent waren. Im Firmenkundensegment erhöhte sich der Marktanteil im gleichen Zeitraum um 7 Prozentpunkte auf 19 Prozent. Die Kunden vertrauten den Instituten zum Jahresende 2014 insgesamt 109,9 Mrd. € an und damit um 3,5 Prozent (3,7 Mrd. €) mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Die aggregierte Bilanzsumme der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken weitete sich im Jahresverlauf um 3,5 Prozent (4,8 Mrd. €) auf 141 Mrd. € aus. Die durchschnittliche Bilanzsumme je Bank belief sich auf 502 Mio. €. (HH)
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