Auf dem Vormarsch

Genossenschaften bleiben gefragt

Die Neugründungsaktivitäten im deutschen Genossenschaftssektor haben sich im 1. Halbjahr 2014 deutlich abgeschwächt. Der Rückgang ist vor allem auf eine wachsende Unsicherheit für die Neugründung von Energiegenossenschaften durch die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurückzuführen, berichtet die DZ Bank.

Insgesamt wurden laut DZ Bank 127 Genossenschaften gegründet. Das sind knapp 25 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. Während sich genossenschaftliche Start-ups rund um das Thema erneuerbare Energien auf 45 halbiert hätten, seien Gründungen außerhalb des Energiesektors um fast 8 Prozent auf 82 gestiegen.

Im 2. Halbjahr 2014 dürften die Neugründungen im Sektor Energie weiter sinken. Für das Gesamtjahr kann mit der Errichtung von 250 (2013: 332) neuen Genossenschaften gerechnet werden. Trotz des Einbruchs bei Energiegenossenschaften befinden sich die Gründungsaktivitäten weiter auf hohem Niveau, stellt die DZ Bank heraus. Da Neugründungen den Rückgang durch Fusionen und Auflösungen überkompensieren dürften, sollte die Gesamtzahl der Genossenschaftsunternehmen bis Jahresende auf 8.050 steigen. Damit bleibe der Genossenschaftsverbund die mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland.

In Deutschland bestehen nach Einschätzung der DZ Bank günstige Bedingungen für Genossenschaften. Zu den positiven Standortfaktoren zähle ein stabiler Rechtsrahmen durch das Genossenschaftsgesetz, einschließlich der bewährten genossenschaftlichen Prüfung. Trotz des Gründungsbooms blieben die Aufklärung über die Genossenschaftsidee und ihre Möglichkeiten sowie die systematische Entwicklung und Vermarktung neuer Genossenschaftsmodelle eine Daueraufgabe und zugleich eine nachhaltige Form der Förderung. (Sz)
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