Jahresbilanz

Genossenschaften spüren Preisdruck

Die 2.200 genossenschaftlichen Unternehmen melden nach ersten vorläufigen Schätzungen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in der Summe einen Umsatzrückgang um 5,4 Prozent auf 58,4 Mrd. €. Gravierend waren die Veränderungen in der Warenwirtschaft (-7,5 Prozent), Milchwirtschaft (-4,8 Prozent) und bei den Agrargenossenschaften (-10 Prozent). Ein leichtes Plus um 2,5 Prozent meldet die genossenschaftliche Vieh- und Fleischwirtschaft. 2016 sei von einschneidenden Preisrückgängen bei Agrarrohstoffen sowohl im pflanzlichen als auch tierischen Bereich, bei Betriebsmitteln sowie Mineralölprodukten gekennzeichnet gewesen und der Mengen- und Preisdruck halte unvermindert an, so der DRV. Der Geschäftsverlauf bestätige zugleich die Abhängigkeit des deutschen Agribusiness von internationalen Entwicklungen.

Gesellschaftlicher Rückhalt gefährdet

Obwohl auf den Märkten für tierische Erzeugnisse gegen Jahresende eine leichte Entspannung zu erkennen sei, könne mit Blick auf 2017 keine Entwarnung gegeben werden. Geopolitische Unsicherheiten, eine geschwächte Europäische Gemeinschaft, Handelsblockaden und Bundes- sowie Landespolitiker, die den Bundestagswahlkampf einleiten, stellen nach Meinung des DRV die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche in Frage. Zunehmend würden DRV-Mitgliedsunternehmen die notwendige Planungssicherheit und den gesellschaftlichen Rückhalt gefährdet sehen.

Stabile handelspolitische Rahmenbedingungen notwendig

Neue Märkte für den Agrarexport zu erschließen, sei für den genossenschaftlichen Agrarhandel eine wichtige Wachstumsstrategie, insbesondere um Risiken durch Marktvolatilitäten zu minimieren. Außerhalb des EU-Binnenmarktes würden die Handelshemmnisse jedoch immer mehr zunehmen. Knappe Ressourcen, viel Bürokratie und volatile Märkte seien große Probleme bei der Markterschließung. Der DRV fordert stabile handelspolitische Rahmenbedingungen, die rasche Klärung der Brexit-Frage, der Abbau von Handelshemmnissen und Bürokratie, aber auch eine branchengerechte Exportförderung. So könne der Zeit- und Kostenaufwand der Unternehmen beim Export erheblich gesenkt werden. (SB)
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