Verbandsbilanz

Genossenschaften spüren Preiskrise


Die 160 landwirtschaftlichen Primärgenossenschaften und Zentralen unter dem Dach des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV) erzielten über alle Geschäftsbereiche des landwirtschaftlichen Geschäftes (Futtermittel, Agrarerzeugnisse, Brenn- und Treibstoffe, Einzelhandel, Milchverarbeitung, Vieh und Fleisch, Wein, Obst und Gemüse) im Geschäftsjahr 2015 einen 15 Umsatz in Höhe von insgesamt 23 Mrd. €. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von rund 6,5 Prozent. RWGV- Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey führte diese Entwicklung auf die in vielen Agrar-Sparten rückläufigen Wertumsätze durch gesunkene Preise im Vergleich zum Vorjahr zurück. Dagegen habe man im Mengenabsatz deutlich zulegen und sogar Marktanteile hinzugewinnen können, erklärte Barkey heute beim Jahrespressegespräch des RWGV.

Die 63 Raiffeisen-Warengenossenschaften im RWGV verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2015 einen Jahresumsatz von 2,8 Mrd. €. „Damit bewegen wir uns knapp unter dem Niveau des Vorjahres“, erläuterte Barkey. In den Geschäftsfeldern Agrarerzeugnisse, Energie und Baustoffe waren die Umsatzentwicklungen preisbedingt rückläufig. Dies lag vor allem an den geringen Preisen, die verkauften Mengen konnten gesteigert werden. Insbesondere in den Geschäftsfeldern Energie (plus 10,4 Prozent) und Agrarerzeugnisse (plus 2,1 Prozent) und Futtermittel (plus 6 Prozent) gab es Zuwächse. „Damit konnten unsere Mitgliedsgenossenschaften die Marktanteile in ihrem Hauptgeschäftsfeld ausbauen, da sie stärker gewachsen sind als der Gesamtmarkt“, Barkey.

Für die acht Viehvermarktungsgenossenschaften und sechs Raiffeisengenossenschaft mit Vielgeschäft im RWGV verlief das Geschäftsjahr 2015 aufgrund der niedrigen Preise und der erschwerten Exportbedingungen durch Handelsrestriktionen weniger erfreulich als in den letzten Jahren. So sank der wertmäßige Umsatz um 6,7 Prozent auf 826 Mio. €. Die Zahl der gehandelten Tiere konnte hingegen um rund 89.000 oder 1,3 Prozent auf 6,9 Millionen Tiere gesteigert werden. Dieses Ergebnis liege über dem Markttrend, so der Verband.

Die fünf Molkereigenossenschaften verzeichneten ein sehr schwieriges Jahr 2015. Bei einer nahezu gleich bleibenden Milchmenge sank der Wertumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 650 Mio. € beziehungsweise 10 Prozent auf insgesamt 5,8 Mrd. €. Wesentliche Ursache hierfür sei ein anhaltend hohes Angebot, das auf eine global schwächere Nachfrage trifft. (SB)
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